Fachtag "15 Jahre Prävention (sexualisierter) Gewalt beim LSB - Ein Blick zurück nach vorne."
10:00 Uhr Beginn
Interviewrunde mit:
Daniela Behrens, Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung
Antje Möllmann, Geschäftsführerin DKSB LV Nds.
Thekla Lorenz, LSB Nds. PSG-Team
Vortrag und Diskussion
“Entwicklungen im PSG-Bereich - notwendige Umsetzungsschritte”
Prof., Dr.in Bettina Rulofs, Deutsche Sporthochschule Köln
Interviewrunde mit:
LSB-Präsident*in und PSG-Team
12:30 Uhr Mittagspause
13:15 Uhr Aktive Workshop-Phasen
16:15 Uhr Abschluss
Moderiert wird der Fachtag von Gitta Axmann, Fachberaterin für SPORT-Entwicklung und Diplom-Jurist Leon Knaack.
Am Nachmittag der Veranstaltung können insgesamt zwei der angebotenen Workshops besucht werden. Die Wahl der Workshops muss bei der Anmelden angegeben werden.
1. Systemische Risikoanalyse im Leistungssport und abgeleitete Schutzmaßnahmen
In dem Workshop werden Risiken für sexualisierte und interpersonale Gewalt im Leistungssport aus einer sozio-ökologischen Perspektive betrachtet. Mit diesem Modell können verschiedene Ebenen des Leistungssports (vom Individuum, über die Organisationen bis zur gesellschaftlichen Ebene) systematisch und in ihrer Verschränkung betrachtet werden, um Risiken und Potenziale zum Schutz vor Gewalt zu beleuchten. Im Workshop wird das Modell präsentiert und diskutiert, wie es praktisch bei der Umsetzung einer Risikoanalyse genutzt werden kann.
Univ.-Prof. Dr.in Bettina Rulofs (Deutsche Sporthochschule Köln)
2. Betroffenenbeteiligung
Betroffenenbeteiligung ist in aller Munde. Immer mehr Institutionen nehmen diese Worte ernst und machen sich auf den Weg, die Beteiligung Betroffener in institutionellen Prozessen umzusetzen. Doch, was genau ist eigentlich Betroffenenbeteiligung? Warum ist sie so wichtig? Was bedeutet es, betroffenenorientiert zu arbeiten? Und wie redet man eigentlich mit Betroffenen? Viele wichtige Fragen, auf die wir gemeinsam Antworten finden werden.
Gitta Schwarz (Vorstand Safe Sport e.V.)
3. Aus Vorfällen für die Zukunft lernen – die Methode der retrospektiven Fallwerkstatt
Die Fallwerkstatt ist eine etablierte Methode zur „Aufarbeitung“ und Prävention für Teams, Gruppen und Institutionen. Sie ist ein systemisch und partizipativ angelegtes analytisches Instrument, um komplexe Fallverläufe aus den Perspektiven aller Beteiligten zu strukturieren und aus zeitlicher Distanz zu verstehen.
Claudia Chodzinski (Diplom Sozialpädagogin, Fachkraft für Sozialpsychiatrische Betreuung – Soziotherapeutin, Fachberatung, Psychotraumatologie und Pädagogik (ZptN))
4. „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Die Arbeit des Kinderschutz-Zentrums Hannover“
Der Workshop beleuchtet Formen, Ursachen und Folgen von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Es gibt Einblicke in die konkrete Arbeit des Kinderschutz-Zentrum Hannover und Unterstützungsangebote werden aufgezeigt. Fachliche Impulse und Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Hilfe gelingen kann. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Kinderschutz-Zentrum, Hannover
5. Intervention? Strafanzeige? Möglichkeiten und Grenzen des Opferschutzes im Strafverfahren
Bei grenzüberschreitendem Verhalten bzw. Gewalt an Kindern und Jugendlichen stellt sich häufig die Frage, ob eine Intervention und/oder Strafanzeige erfolgen soll. Das Thema ist mit vielen Unsicherheiten und Fragen verbunden. Anhand von praktischen Beispielen soll der Ablauf eines Strafverfahrens erläutert werden. Weiter wird der Frage der rechtlichen Möglichkeiten und die Grenzen des Opferschutzes im Strafverfahren nachgegangen werden.
Elif Gencay (Fachanwältin Familienrecht)
6. Beschwerdemanagement
„Beschwerdemanagement“ hat zum Ziel, Beschwerden über Grenzverletzungen und Verstöße gegen Regeln zur Normalität werden zu lassen. Ein transparentes und für alle zugängliches Beschwerdeverfahren unabhängig von Alter, Rolle oder eigenen Fähigkeiten steht hier im Vordergrund. Ein Beschwerdemanagement ist eine präventive (und intervenierende) Maßnahme, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Institutionen zu sichern und Tabuisierungen zu verhindern. In den Workshops erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich praxisorientiert mit den Chancen und Hürden von Beschwerdewegen auseinander zu setzen, in einen Austausch über ihre eigenen Erfahrungen zu kommen und das individuelle und institutionelle Handlungsrepertoire zu er-weitern.
Yascha Hieronimus (DKSB Landesverband Nds. e.V.)
7. Safe Sport Code - Einführung, Einordnung und Umsetzung
Mit dem Muster- Safe Sport Code existiert ein einheitlicher Rahmen für den Umgang mit interpersonaler Gewalt im organisierten Sport. Der Workshop vermittelt die zentralen Inhalte und Ziele des Codes, ordnet seine Bedeutung für Vereine und Verbände ein und zeigt anhand ausgewählter Praxisbeispiele erste Ansätze für eine gelingende Umsetzung auf. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten im Umgang mit dem Safe Sport Code zu reduzieren.
Maike Herrlein (Rechtsanwältin I LL.M.)
8. Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention interpersoneller Gewalt
Interpersonelle Gewalt umfasst sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt sowie Vernachlässigung. Diese Formen der Gewalt treten selten isoliert voneinander auf, sondern gehen ineinander über. Was bedeutet das für die (Weiter-)Entwicklung von Schutzkonzepten? Dieser Workshop vermittelt praxisnahe Grundlagen zur Entwicklung und Umsetzung wirksamer Schutzkonzepte, die alle Gewaltformen berücksichtigen.
Christiane Wiede (Dip. Soz. Päd.; freiberufliche Beraterin, Coach)
9. Beteiligung von jungen Menschen am Schutzkonzeptentwicklungsprozess
Schutzkonzepte sollen möglichst partizipativ mit jungen Menschen erarbeitet werden. Doch was bedeutet eigentlich genau Beteiligung? Wie kann Beteiligung junger Menschen am Schutzkonzeptentwicklungsprozess aussehen? Und welche Themen sind in der Auseinandersetzung mit jungen Menschen (oder bei peer to peer Ansätzen) relevant? Dies soll entlang empirischer Ergebnisse aus Forschungsprojekten dargestellt werden. Zudem soll es Möglichkeit geben, zu Good Practice Beispielen in einen Austausch zu kommen.
Dr.in Tanja Rusack (Stiftung Universität Hildesheim)
10. Strategie SicherImSport
In dem Workshop geht es um den auf dem Landessporttag 2025 beschlossenen Strategieplan "SicherImSport". Der aktuelle Konzeptvorschlag, der auf dem Landesssporttag 2027 zur Abstimmung gebracht werden soll, wird vorgestellt und inhaltlich diskutiert. Zielstellung des Strategieplans ist das aktuelle Angebot der Schutzkonzeptentwicklung des LSB und seiner Sportjugend für Sportbünde, Landesfachverbände und Vereine weiterzuentwickeln, um die Qualität eines organisationsspezifischen Schutzkonzepts für möglichst viele niedersächsische Sportorganisationen zu ermöglichen.
Julius Peschel (Teamleiter Sportpolitik, LSB Nds.)
11. Gewalt durch digitale Medien erkennen und entgegenwirken
Soziale Medien sind fester Bestandteil unseres Alltags – sie verbinden Menschen, schaffen Räume für Austausch und Information. Gleichzeitig bergen sie jedoch auch Risiken. Dieser Workshop setzt genau hier an. Er bietet einen geschützten Raum, um sich mit den unterschiedlichen Formen von Gewalt in sozialen Medien auseinanderzusetzen.
Frauke Heiland-Marcus (Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen e.V.)
12. „Blick zurück nach vorn" Aus Erfahrung. Mit Haltung. In Bewegung.
In Zeiten hoher Anforderungen und ständiger Veränderung im Sport fehlt häufig die Gelegenheit, innezuhalten und den eigenen Standpunkt zu reflektieren. Dieser Workshop schafft genau diesen Raum. In einem methodisch begleiteten Prozess werden die Teilnehmenden durch zentrale Fragen geführt: Was hat deinen eigenen Weg geprägt? Was hemmt und wofür möchtest du als Akteurin oder Akteur im Sport einstehen? Der Workshop verzichtet bewusst auf Handlungsanweisungen und Aktionspläne. Im Mittelpunkt steht stattdessen die persönliche Reflexion mit strukturierter Begleitung, auf Augenhöhe und in einer geschützten Atmosphäre. Als Ergebnis nehmen die Teilnehmenden ein klareres Bild mit über die eigenen Werte, Antriebe und ihre Rolle im Sport.
Angelina Hübner und Ulrike Breitenbach (GOLDSPIRIT gGmbH)
13. Awareness-Konzepte – Grundlagen und zentrale Bausteine
Was macht ein gutes Awareness-Konzept aus und warum ist es für Sportvereine, Verbände und andere Organisationen wichtig? Der Workshop vermittelt die Grundlagen von Awareness-Konzepten, stellt zentrale Bausteine und Inhalte vor und lädt dazu ein, diese auf die eigene Organisation zu übertragen. Die Teilnehmenden erhalten erste Anregungen für die Entwicklung eines passenden Awareness-Konzepts.
Peggy Zander, Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. Hannover