Safe Sport Code - Stärkung des Schutzes vor interpersoneller Gewalt im Sport

Mit der Einführung des bundesweiten Safe Sport Codes (SSC) setzt der organisierte Sport ein deutliches Zeichen: Der Schutz vor interpersoneller Gewalt wird verbindlich, rechtssicher und umfassend gestärkt. Der Code schafft erstmals eine einheitliche Grundlage, um gewaltförmiges Verhalten im Sport konsequent zu untersuchen und zu sanktionieren – auch dann, wenn dieses unterhalb der strafrechtlichen Schwelle liegt.

Was ist der Safe Sport Code?

Der Safe Sport Code ist ein verbindliches Regelwerk, das Sportbeteiligte schützt und Verantwortlichen klare Vorgaben für den Umgang mit interpersoneller Gewalt gibt. Dazu zählen körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt ebenso wie Vernachlässigung.

Zentrale Ziele des SSC sind:

Rechtssicherheit für Vereine und Verbände bei der Untersuchung von Vorfällen,

Klare Untersuchungs- und Sanktionsmechanismen,

Verpflichtende Präventionsstandards,

Betroffene besser zu schützen und Verantwortlichen klare Handlungsschritte an die Hand zu geben.

Damit verfügt der Sport erstmals über eine rechtliche Grundlage, Fälle interpersoneller Gewalt fachgerecht zu prüfen und angemessen zu reagieren – unabhängig von einer strafrechtlichen Verfolgung.

Beschluss der DOSB-Mitgliederversammlung

Auf der 21. DOSB-Mitgliederversammlung am 7. Dezember 2024 wurde der Safe Sport Code mit großer Mehrheit beschlossen. Alle Mitgliedsorganisationen des DOSB sind nun verpflichtet, bis Ende 2028 einen eigenen, an ihre Strukturen angepassten Code zu verabschieden.

Damit beginnt ein mehrjähriger Prozess, der sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene neue Standards und Verfahren in der Prävention und Intervention verankern wird.

Was bedeutet das für den organisierten Sport in Niedersachsen?

Der LandesSportBund Niedersachsen (LSB) prüft derzeit intensiv, wie der Safe Sport Code für Niedersachsen konkret gestaltet und umgesetzt werden kann. Dabei stehen insbesondere rechtliche, strukturelle und praxisnahe Fragen im Mittelpunkt.

Der LSB befindet sich hierzu im Austausch mit anderen Landessportbünden,juristischen Fachstellen sowie Expert*innen aus der Praxis. Ziel ist es, tragfähige und realistische Strukturen für den niedersächsischen Sport zu entwickeln – sowohl für den LSB selbst als auch perspektivisch für Sportvereine und Fachverbände.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Schutzkonzeptentwicklung, die für viele Vereine bereits ein zentraler Bestandteil der Präventionsarbeit ist. Der Safe Sport Code soll diese bestehenden Strukturen stärken und ergänzen, ohne die ehrenamtlichen Akteure zu überfordern.

Ein wichtiger Schritt für einen sicheren Sport in Niedersachsen

Mit dem Safe Sport Code entsteht ein verbindliches, deutschlandweites Fundament, das Sportbeteiligte schützt und Verantwortlichen klare Handlungssicherheit gibt. Der LSB Niedersachsen begleitet diesen Prozess aktiv, um eine verlässliche, praxisnahe und nachhaltige Umsetzung sicherzustellen.

Der Schutz vor interpersoneller Gewalt bleibt damit nicht nur ein zentrales Anliegen – er wird zum verbindlichen Qualitätsmerkmal eines sicheren und respektvollen Sports.

FAQ zum Safe Sport Code

Alles, was euer Verein oder Verband zum neuen Safe Sport Code wissen muss.

DOSB Safe Sport Code

Ein Muster-Regelwerk gegen interpersonale Gewalt für alle Verbände und Vereine im organisierten Sport